writhentic Blog

Wie entstand die Idee hinter writhentic?

Wie aus einem persönlichen Tagebuch-Modell zur Selbstreflexion die Idee für writhentic entstand.

writ(e) und (aut)hentic als visuelle Darstellung der Namensentstehung von writhentic

Wie entstand die Idee hinter writhentic?

Bereits in den 2010er-Jahren hatte ich ein Template-Modell für Tagebücher entwickelt, mit dem ich mein eigenes Verhalten reflektiert und bewusst verändert habe. Ich nannte dieses Modell LouderSofter, angelehnt an einen Trance-Song aus den frühen 2000er-Jahren.

Das Modell bestand aus zwei Kategorien: „Louder“ und „Softer“.

Immer wenn ich das Gefühl hatte, dass meine Gedanken und mein tatsächliches Handeln mit meinen eigenen Erwartungen übereinstimmten, hielt ich die Situation unter „Louder“ fest.

War ich dagegen in einer Situation blockiert und hatte nicht so gehandelt, wie ich es eigentlich vorhatte, erstellte ich einen Eintrag unter „Softer“. Zusätzlich gab es dort einen Abschnitt namens „Changes“, in dem ich formulierte, wie ich mich in einer vergleichbaren Situation künftig verhalten möchte.

Mit diesem einfachen Modell hatte ich überraschend gute Erfahrungen. Ich stellte fest, dass ich mein eigenes Verhalten damit innerhalb relativ kurzer Zeit bewusst in die von mir gewünschte Richtung verändern konnte.

Mit der Zeit entwickelte sich das Modell weiter, und mir fiel dabei noch etwas anderes auf: Es genügte nicht, nur die Situationen zu dokumentieren, in denen meine Handlungen und Reaktionen nicht mit meinen Gedanken und Erwartungen übereingestimmt hatten. Sobald ich aufhörte, auch positive Entwicklungen festzuhalten, kamen alte Verhaltensmuster leichter wieder zum Vorschein.

💡 Learning

Auch wenn sich das eigene Verhalten bereits subjektiv zum Positiven verändert hat, ist es sinnvoll, weiterhin Situationen und Gedanken festzuhalten, in denen sich das eigene Handeln richtig und authentisch angefühlt hat.

Nach einiger Zeit empfand ich die Anwendung dieses Modells in einer klassischen Tagebuch-App jedoch als zu umständlich. Vor allem fehlte der inhaltliche Zusammenhang zwischen den einzelnen Einträgen. Für eine gewöhnliche Tagebuch-App waren es letztlich einfach nur einzelne Texte.

Daraus entstand die Idee, eine eigene App für dieses Konzept zu entwickeln.

Mein ursprüngliches LouderSofter-Modell unterschied allerdings lediglich zwischen eigenen inneren Blockaden und einem ausgeglichenen, authentischen Verhalten. Für writhentic habe ich das Konzept deshalb um einen weiteren Aspekt ergänzt: Grenzüberschreitungen.

Diese Kategorie ist vor allem für Situationen gedacht, in denen persönliche Grenzen durch äußere Einflüsse überschritten werden – unabhängig davon, ob das eigene Verhalten der Auslöser dafür war.

Bei der Namensgebung habe ich mich bewusst gegen einen Namen entschieden, der den Begriff „Louder“ enthält. Denn bei writhentic geht es nicht darum, grundsätzlich lauter zu werden. Es geht vielmehr darum, das eigene Verhalten bewusster wahrzunehmen, ausgeglichener mit Situationen umzugehen und herauszufinden, welches Verhalten sich für einen selbst authentisch und richtig anfühlt.

Nach einigen Stunden Brainstorming entstand schließlich der Name writhentic – ein Wortspiel aus write und authentic:

writ(e) • (aut)hentic

Andreas Stein